Johann Hansi Meissnitzer vom Biohof Wansing aus Rennweg am Katschberg

Biobauer Johann "Hansi" Meissnitzer auf ziemlich neuen Wegen

Biohof Wansing

Bio Pekingenten, Perlhühner, Wildhendln vom Bergbauernhof

Lageplan von Johann Hansi Meissnitzer vom Biohof Wansing in Rennweg am Katschberg

Bio Pekingenten, Perlhühner, Wildhendln: Ein Bergbauer auf ziemlich neuen Wegen

Auf rund 1.200 Metern Seehöhe, eingebettet in die Bergwelt zwischen den Hohen Tauern und den Nockbergen, liegt der Biohof Wansing der Familie Meissnitzer in St. Peter bei Rennweg am Katschberg. Ein Bergbauernhof, wie man ihn in dieser Region erwartet. Mit stolzen Fleckvieh-Kühen, Wiesen, Almwirtschaft und einer Landwirtschaft, die seit Generationen von den Bedingungen der Berge geprägt ist. Seit 1995 wird der Hof biologisch bewirtschaftet.

Und dann gibt es da Johann „Hansi“ Meissnitzer. Mitte 20, Landwirtschaftsmeister, Jungbauer und ein Mann, bei dem man im Gespräch sofort merkt: Er weiß, was er tut. Hansi führt die Geschichte des Familienbetriebes weiter und geht dabei geschickt auch seinen eigenen Weg.

Ein Wink aus der Küche

„Begonnen hat alles im Jahr 2019 mit Masthühnern, genauer gesagt Wildmasthendln“, erzählt Hansi. „Unseren privaten Abnehmern haben sie geschmeckt. Beim Liefern in die Gastronomie kam ich auch mit Köchen ins Gespräch, die mir erzählten, dass vor allem Perlhühner und Pekingenten in hoher Bio-Qualität sehr schwer zu bekommen seien. Und wenn, dann sei es meist kein heimisches Geflügel.“

Diesen „Wink der Köche“ nahm Hansi mit nach Hause und dachte darüber nach. Wobei zwischen der Idee und der Umsetzung bekanntlich meist Welten liegen. Doch Hansi ist ein Mann der Tat.

„Na ja, ganz so einfach war es nicht“, schmunzelt der Landwirt und erzählt: „Die Aufzucht von Pekingenten und Perlhühnern ist herausfordernd. Die Tiere haben ihre speziellen Bedürfnisse, und gerade als Biobetrieb liegt die Latte besonders hoch. Aber es ist gut, wenn man gefordert wird, und ich glaube, genau das hat mich gereizt.“

Sind die Rinder aus dem Stall, hat das Geflügel Kirchtag

Die warmen Monate verbringen die Fleckviehrinder der Familie Meissnitzer seit jeher auf der Alm. Damit wird unten am Hof etwas frei, das in vielen landwirtschaftlichen Betrieben eine wertvolle Ressource ist: Platz.

Hansi hatte die Idee, genau diesen vorhandenen Raum zu nutzen. „Der Stall wird in dieser Zeit zum Zuhause für das Geflügel. Den Tieren stehen im Stall viel Platz mit Einstreu und im Außenbereich eine großzügige Weidefläche und ein Teich zur Verfügung. Ich habe ganz einfach Platz genutzt, der ohnehin schon vorhanden war“, erklärt der Landwirt.

Was so selbstverständlich klingt, ist bei genauerem Hinsehen ziemlich clever. Statt einen vollkommen neuen Betriebszweig mit neuen Gebäuden und entsprechendem Ressourcenverbrauch aufzubauen, fügt sich die Geflügelhaltung in den bestehenden Jahresrhythmus des Bergbauernhofes ein. Sind die Rinder auf der Alm, gehören Stall und Auslauf den Wildhendln, Perlhühnern und Pekingenten.

Eine neue Generation Landwirtschaft

Ein Hof bleibt lebendig, wenn jede Generation ihren eigenen Blick darauf werfen darf. Was funktioniert gut? Was passt zum Standort? Welche Möglichkeiten gibt es, die bisher vielleicht noch niemand genutzt hat?

Und genau darin steckt eine sehr zeitgemäße Form bäuerlichen Unternehmertums: nicht zwangsläufig immer größer werden, sondern überlegen, was mit den vorhandenen Möglichkeiten eines Hofes sinnvoll gemacht werden kann.

Beim Biohof Wansing der Familie Meissnitzer war eine dieser Möglichkeiten der Stall, der während der Almzeit der Rinder frei wird. Dazu kam ein Lebensmittel, für das es vonseiten privater Konsumenten und insbesondere der Gastronomie Nachfrage gab: hochwertiges heimisches Bio-Geflügel abseits des üblichen Angebots.

Hansi hat beides zusammengebracht.

Wenn die Pekingente beim Spitzenkoch landet

Dass diese Idee nicht nur auf dem Papier funktioniert, zeigt ein Blick in die Spitzengastronomie. Einer der Köche, die auf Hansis Geflügel aufmerksam geworden sind, ist Stefan Lastin, einer der profilierten Spitzenköche Kärntens. Seine Küche steht für höchste Produktqualität. Und Hansis Bio-Pekingenten haben es bereits auf seine Fine-Dining-Karte geschafft.

Für einen jungen Bergbauern ist das durchaus eine Ansage. Denn ein Spitzenkoch beurteilt ein Produkt am Ende nicht nach der schönen Geschichte des Produzenten. In der Küche zählen Qualität, Geschmack und die Möglichkeiten, die ein Lebensmittel auf dem Teller bietet.

Dass Hansi und Stefan Lastin mittlerweile auch über Social Media immer wieder Einblicke rund um das Geflügel geben, zeigt noch etwas anderes: Hier treffen zwei Menschen aufeinander, die zwar an völlig unterschiedlichen Stellen der Lebensmittelkette arbeiten, aber dasselbe Produkt aus zwei Perspektiven betrachten: der eine zieht es auf, der andere macht daraus ein Gericht.

Und plötzlich wird aus einer Pekingente vom Bergbauernhof auf 1.200 Metern ein Produkt für die Spitzengastronomie.

Kurze Wege bis zum Schluss

Zur Verantwortung für seine Tiere gehört für Hansi auch die Frage, was am Ende ihrer Aufzucht passiert. „Die Tiere werden direkt am Hof völlig stressfrei geschlachtet. Für uns endet Tierwohl nicht dort, wo die Aufzucht abgeschlossen ist. Gerade der letzte Weg eines Tieres gehört dazu, wenn man darüber spricht, unter welchen Bedingungen Fleisch erzeugt wird“, so der Landwirt abschließend.

Kontaktdaten

Vulgoname:
Biohof Wansing
Name:
Johann „Hansi“
Meissnitzer
Adresse:
St. Peter 25, 9863 Rennweg am Katschberg,
Telefon:
+43 6606400191
E-Mail:

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